Kategorie: Medien und Informatik

  • Wie eine KI «denkt» und meine Lieblingsanwendung

    Wenn man die teilweise überraschend guten Texte (und zum Teil auch die schockierend schlechten – dazu später mehr) von KI-Programmen liest, fragt man sich unweigerlich wie sie «denken». Mit dieser Frage beschäftige ich mich schon lange. Nach einer Frage aus dem Lehrerkollegium habe ich erneut nachgeforscht und die bisher anschaulichste und mit 5 Minuten kompakteste Erklärung gefunden. Sie eignet sich sowohl für Erwachsene als auch im Rahmen des Medien und Informatik-Unterrichts mit Schüler*innen ab der 5. Klasse.

    Hier noch vertiefte Infos für Erwachsene: https://youtu.be/SLcAtQQ483Y
    Und eine tiefgehende Erklärung, wie KI-Programe Bilder und Videos erstellen können: https://youtu.be/iv-5mZ_9CPY

    Schwächen

    Als ich mich vor Weihnachten gefragt habe, wie Siebenschläfer aussehen, habe ich eine bing-Suche gestartet und war schockiert, als ich die Infobox oberhalb der Suchresultate angeschaut habe. Da stand: „Lecker oder eklig? – Der Name Siebenschläfer deutet darauf hin, dass sie gut zu essen sind.“

    Im Kleingedruckten fand ich dann den entscheidenden Hinweis „Inhalt basiert auf KI“.

    Nach einem kurzen Schock fand ich die Situation lustig. Gleichzeitig zeigt sie schön auf, dass KI auch falsche und teilweise gefährliche Antworten geben kann. https://www.golem.de/news/kuenstliche-intelligenz-mann-vergiftet-sich-auf-rat-von-chatgpt-2508-199030.html

    Warum noch lernen wenn es KI gibt?

    Durch KI stellt sich heute eine ähnliche Frage wie vor 30 Jahren mit der Einführung des Taschenrechners: Warum soll ich etwas lernen, was die Maschine übernehmen kann?

    Es lohnt sich mit der Klasse über dieses Thema nachzudenken, besonders im M+I Unterricht ab der 5. Klasse.

    Gerne empfehle ich folgenden Blogartikel mit zusätzlichen Denkanstössen:

    https://blog.doebe.li/Blog/WarumSollIchLernenWasDieMaschineBesserKann

    Anschauliche Beispiele aus dem echten Leben bieten einen tollen Einstieg in eine Klassendiskussion über die Stärken und Grenzen von KI. Hier ein Beispiel, als tausende Menschen vergeblich auf eine Halloween-Parade gewartet haben.

    https://www.golem.de/news/dublin-ki-denkt-sich-halloween-parade-aus-und-tausende-kommen-2411-190418.html

    Meine KI-Lieblingsanwendung

    Wenn Kinder sich zu einem Thema informieren wollen, empfehle ich gerne https://klexikon.zum.de. Das ist quasi Wikipedia für Kinder.

    Doch umso spezifischer ein Thema wird, desto eher gibt es dazu noch keinen Artikel. Und hier kommt meine KI-Lieblingsanwendung ins Spiel. Nämlich, Texte für Kinder aufzubereiten.

    Normalerweise gebe ich der KI den Auftrag «Vereinfache diesen Text für 10-jährige Kinder. Erkläre schwierige Wörter in Klammern.» und kopiere anschliessend den passenden Teil aus der «Erwachsenen Wikipedia» ins Fenster. Wenn das Ergebnis immer noch zu umfangreich ist, kann man die KI anweisen den Text zu kürzen.

    So haben die Kinder am Schluss Texte zu spezifischen Themen, die sie allein verstehen können und die einen passenden Umfang haben. Gerade beim forschenden Lernen ist das Tool für mich Gold wert.

  • Erfinde, programmiere und baue dir deine Welt!

    Was passiert mit dem Informatikunterricht, wenn er nicht nur am Computerbildschirm stattfindet, sondern mit der physischen Lebenswelt der Kinder verbunden wird?

    Kinder nutzen kostengünstige Minicomputer, Karton und weitere Bastelmaterialien, um interaktive Minigolfbahnen, ferngesteuerte Autos, Musikinstrumente oder viele andere Projekte umzusetzen.

    Das zentrale Element ist der BBC Micro:bit, welcher für ca. 20 Fr. erhältlich ist.

    Foto von Kaethe17 CC BY-SA 4.0

    Dieser Minicomputer bietet bereits ab Werk ein Display, zwei Knöpfe, ein Berührungssensor, ein Geräuschsensor, ein Kompass, ein Lautsprecher, ein Bewegungsmesser und ein Thermometer. Zudem lässt er sich mit zahlreichen Schaltern, LEDs, Sensoren und Motoren erweitern. Wie das am Ende aussehen kann, zeigt das folgende Foto des iMake-IT-Projekts.

    Die Lernenden begreifen mit solchen Projekten wortwörtlich, wie Computer die Welt beeinflussen können. Zudem kann die Informatik mit Musik, Kunst, technischem Gestalten, Deutsch, Mathematik und anderen Disziplinen verbunden werden.

    Während mehreren Jahren habe ich als Teil des Gründungsteams von iMake-IT kostenlose Unterrichtsmaterialien erarbeitet und dutzende von unentgeltlichen Workshops für Schulklassen angeboten. Das Projekt wurde planmässig nach 5 Jahren Laufzeit beendet. Gleichzeitig können die Erfahrungen und Materialien daraus weitergenutzt werden.

    Als Einstieg empfehle ich einen Micro:bit V2 zu kaufen und die kleinen Projekte von iMake-IT umzusetzen.

    Anschliessend ist es möglich den Micro:bit im Rahmen von Projektwochen, dem Medien- und Informatikunterrichts oder der Begabungsförderung einzusetzen. Von einem zweistündigen Ausprobieren im Klassenverband bis zu mehrmonatigen Projekten ist unglaublich viel möglich.

    Bei Fragen zum Miro:bit oder dem Einsatz im Unterricht dürfen Sie gerne einen Kommentar bei diesem Blogartikel hinterlassen.

    Alle Infos zum Projekt finden sie unter: imake-it.ch

    Und noch ein letzter Tipp: Die Kartonschrauben von Makedo sind ein grosser Gewinn für Bastelprojekte – ganz unabhängig von Informatik und für alle Unterrichtsstufen vom Kindergarten bis zur Oberstufe.